feline Blutgruppen

Das Wissen um die Genetik (Vererbungslehre) ist für einen verantwortungsvollen Züchter bei der Verpaarung seiner Zuchttiere unumgänglich. Dabei geht es nicht nur um mögliche Farben die aus einem Wurf erwartet werden können, sondern in erster Linie um die Zucht gesunder Tiere.

Hier spielen unter anderem neben den Erbkrankheiten, auch die verschiedenen Blutgruppen eine wichtige Rolle:

Bei der heiligen Birma gibt es 3 Blutgruppen; A, B und AB
Die Mehrzahl der Birmakatzen weist die Blutgruppe A auf, ein geringer Prozentsatz besitzt die Blutgruppe B und nur einzelne Tiere die Blutgruppe AB. Diese 3 Blutgruppen werden auch als Phänotyp bezeichnet. Daneben gibt es noch die Trägervarianten, die Genotypen.

Alle 3 Blutgruppen werden, entsprechend den Mendelschen Gesetzen für den dominant/rezessiven Erbgang, an die Kitten weitergegeben.

Für einen Liebhaber, der sich für ein Kitten interessiert ist dieses Wissen mit Sicherheit nicht relevant und ich möchte deshalb auch nicht näher auf die einzelnen Dominanzverhältnisse innerhalb der Blutgruppen eingehen.

Jedoch möchte ich all denen dringend raten, die mit dem Gedanken spielen zu züchten oder einfach nur mal so Babies haben wollen, sich mit dieser Materie im Vorfeld ausgiebig auseinander zu setzen, damit es nicht zu Blutgruppenunverträglichkeiten zwischen Muttertier und Kitten mit zum Teil auch tödlich verlaufenden Folgen kommen kann!

Ein Beispiel hierzu:

Verpaart man eine Katze der Blutgruppe A, die aber b trägt mit einem Kater der selben Blutgruppe und ebenfalls b-Träger, können auch Kitten mit der Blutgruppe B fallen. Geht dann ein weibliches Kitten der Blutgruppe B in die Zucht, muss hier ein geeigneter Kater mit ebenfalls der Blutgruppe B gefunden werden. Leider ist man somit als Züchter bei der Verfolgung seiner Zuchtziele sehr eingeschränkt, da sehr wenige Zuchtkater mit dieser Blutgruppe zur Verfügung stehen.
Würde die B-Katze mit einem A-Kater verpaart, kommt es bei neugeborenen A-Kitten durch die Antikörper im Kolostrum (Muttermilch) der B-Mutter zur sogenannten  neonatalen Isoerythrolyse. Dies zeigt sich bei den ursprünglich gesunden Kitten durch Anämie, Saugunlust, Schädigung der Leber (Gelbsucht), Apathie, abgestorbenen Schwanzspitzen, schnellem Verfall oder plötzlichem Tod.

 
 
FeLV - Feline-Leukose-Virus - Katzenleukämie:

Die Katzenleukose ist eine Infektionskrankheit, die durch Viren, dem sogenannten  Feline Leukämie Virus, abgekürzt FeLV hervorgerufen wird. Auch wenn die Katzenleukose seit Einführung der Leukoseimpfung  in ihrer Häufigkeit zurückzugehen scheint, ist sie neben der FIP nach wie vor die häufigste tödliche Infektionskrankheit unserer Katzen.

Die Erkrankung tritt weltweit auf und betrifft Katzen jeden Alters. Von der Ansteckung bis zur Erkrankung können manchmal Jahre vergehen. Während dieser Phase wird aber der Erreger millionenfach mit dem Speichel der infizierten Tiere ausgeschieden. Auch gesund erscheinende Katzen, die das Virus in sich tragen sind eine potentielle Übertragungsquelle für gesunde Tiere.

Die Symptome der Katzenleukose sind vielfältig, oft bemerkt der Besitzer nur eine allgemeine Abgeschlagenheit oder Spielunlust. Später kommen Fieber, Appetitlosigkeit mit plötzlicher Abmagerung, Entzündungen am Zahnfleisch und blasse Schleimhäute infolge von Blutbildungsstörungen hinzu.

Besonders gefürchtet sind bösartige Wucherungen an inneren Organen wie Leber, Niere und Darm. Die größte Gefahr bei der Katzenleukose besteht in der Schwächung des Immunsystems durch das Virus. Die Katzenleukose ist somit auch die Basis für viele andere, oft tödlich verlaufende Erkrankungen.

Die Krankheit wird über Speichel ( Bisse, gegenseitiges "Putzen", gemeinsame Futter- und Wassernäpfe), aber auch über den Kot und Urin übertragen. Ein wirksamer Schutz gegen diese tödlich verlaufende Erkrankung bietet die Impfung der Jungtiere.

Alle Tiere in unserer Cattery sind auf FeLV negativ getestet und geimpft. Ich empfehle auch grundsätzlich die Impfung der Jungtiere vor Abgabe in ihr neues Zuhause.

 
 
FIV - Feline Immunschwäche-Virus - Katzenaids:

Außer dem FeLV gibt es noch ein weiteres Virus, das sogenannte feline Immunschwächevirus, kurz FIV genannt.

Dieses Virus wird hauptsächlich durch Bisse übertragen und tritt somit gehäuft bei freilaufenden Katern auf, die sich gegenseitig bei Revierkämpfen verletzen. Ein infizierter Kater kann jedoch auch durch den sogenannten Nackenbiss beim Deckakt eine weibliche Katze, wenn auch recht selten infizieren.

Die Symptome der FIV-Infektion ähneln denen der Katzenleukose. Die individuelle Lebenserwartung einer FIV-Katze lässt sich nicht konkret vorauszusagen. Unter Idealbedingungen kann das infizierte Tier noch Jahre bei guter Lebensqualität vor sich haben, kommen jedoch noch andere Infektionen hinzu, die das Immunsystem zusätzlich schwächen, oder besteht Dauerfieber und Gewichtsverlust, muss man mit schnellerem Verlauf rechnen.  

Nur das klinische Bild in Verbindung mit Hilfe eines spezifischen Virusnachweises ermöglicht eine Diagnose. Leider gibt es kein Medikament, das den Virus direkt angreift.

Die wichtigste Massnahme ist deshalb der Schutz vor möglichen Sekundärinfektionen. Es gibt, wie beim verwandten menschlichen HIV, keine Impfmöglichkeit. Der einzige Schutz wäre die absolute Isolation. Nach heutigem Wissensstand ist der Virus streng wirtsspezifisch, dh. kommt nur bei Katzen vor und ist weder auf den Mensch, noch auf andere Tierarten übertragbar.

In unserer Cattery sind alle Tiere auf FIV negativ getestet!

 
 
FIP - Feline infektiöse Peritonitis

Auch die Feline infektiöse Peritonitis, eine in der Regel tödlich verlaufende Erkrankung, wird durch Viren übertragen. Das FIP-Virus ähnelt einem harmlosen Darmvirus, dem Coronavirus. Deshalb ist auch die Diagnosestellung mittels FIP-Antikörpertest nicht eindeutig zu stellen. Dieser Test weist lediglich Antikörper gegen das harmlose Coronavirus nach. Ob daraus dann eine FIP entsteht ist aber ein reiner Zufall und durch den Test nicht voraussehbar. Sogar die Höhe des Antikörper-Spiegels, der sogenannte Titer, sagt nichts über die Krankheitswahrscheinlichkeit aus.

An FIP erkrankte Tiere haben sogar sehr oft einen negativen Titer, da ihre Antikörper bereits verbraucht sind. Es macht also keinen Sinn, gesunde Tiere zu testen, zumal fast alle erwachsenen Tiere bereits irgendwann einmal Kontakt mit Coronaviren hatten.  Nur in Zusammenhang mit weiteren Blutbildveränderungen sowie den deutlichen Symptomen beim Ausbruch der Erkrankung kann eine Verdachtsdiagnose gestellt werden.

Eindeutig nachzuweisen ist die FIP aber erst nach dem Tod des Tieres mittels Obduktion. Erschwerend kommt hinzu, daß diese Krankheit zwei ganz unterschiedliche, aber trotzdem tödliche Verlaufsformen nehmen kann:

 1. Die feuchte Form der FIP : Hier sind die typischen Symptome deutlicher sichtbar. Aufgrund von Flüssigkeitsansammlungen in der Bauchhöhle ( oder auch in der Brusthöhle ) sind in der Endphase extreme Umfangsvergrößerungen des Bauches sichtbar. Trotz dieser dicken Bäuche magert die Katze schnell ab.


2. Die trocken Form der FIP : Bei dieser Form sind die Krankheitssymptome weniger typisch ausgebildet. Man verzeichnet knotige Veränderungen an verschiedenen Organen, besonders an Leber, Niere und Milz; Fieberschübe; Störungen der Sinnesorgane wie Gleichgewichtsstörungen, Veränderungen an den Augen, wie Nickhautvorfälle, Veränderungen an Hornhaut und Netzhaut sowie Lähmungen oder Krämpfe.

Das harmlose Corona-Virus wird über Speichel und auch über den Kot ausgeschieden und von anderen Katzen über Mund oder Nase aufgenommen. Wenige Viren reichen zur Infektion völlig aus, so kann diese tödliche Krankheit also leicht auch indirekt, zB über die Schuhe, durch streicheln fremder Katzen etc auf gesunde Katzen übertragen werden.

Eine derzeit auf dem Markt erhältliche Impfung gegen FIP ist mehr als umstritten und wird in Fachkreisen kontrovers diskutiert. Prinzipielles Problem  hierbei ist, dass systemisch applizierte Vakzine (Impfstoff) bei den verwendeten Stämmen die Gefahr der Entstehung einer FIP durch das Impfvirus in sich birgt. Auch erbrachte die Schutzwirkung des Impfstoffs in klinischen Studien sehr unterschiedliche Resultate. Je nach Studie wurde eine Effizienz zwischen 0 (für keine Schutzwirkung) und 75 Prozent angegeben.

Das FIP-Virus ist eine Mutation des harmlosen Coronavirus. Diese Mutation geschieht in der Katze selbst. Es gibt verschiedene Faktoren, die dies beeinflussen können, z.B. ein schwaches Immunsystem oder Stress. Auch geht man heute davon aus, dass eine genetische Veranlagung gegeben sein muss damit das harmlose Durchfallvirus überhaupt in der Katze mutiert.

Die mutierte Form wird nicht mit Se- oder Exkreten ausgeschieden, eine Übertragung gilt damit als sehr unwahrscheinlich; das Fip-Virus selbst ist also nicht ansteckend!